Wie sie die Pareto-Regel auf ihren Tradingalltag vorbereitet

Wie sie die Pareto-Regel auf ihren Tradingalltag vorbereitet

Ganz allgemein beschreibt die Pareto-Regel das statistische Phänomen, wenn eine kleine Anzahl von hohen Werten einer Wertemenge mehr zu deren Gesamtwert beiträgt als die hohe Anzahl der kleinen Werte der gleichen Menge.

Aus diesem Zusammenhang lassen sich viele Vorgänge im praktischen Leben herleiten.

Dazu zwei simple Beispiele aus dem Alltag:

  • In vielen Firmen machen 20 Prozent der Verkäufe 80 Prozent des Umsatzes aus.
  • Nicht selten beanspruchen 20 Prozent der Produkte 80 Prozent des Lagerplatzes in einem Zentrallager eines Versandbetriebs.

Soviel zum Prinzip der Pareto-Regel. Auf was will ich hier aber eigentlich hinaus?

Die Pareto-Regel bildet ihre Gewinnverteilung beim Trading realistisch ab

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es für sie als Trader psychologisch von Vorteil ist, wenn sie wissen, wie oft sie mit Gewinnen rechnen können wenn sie ihr Trading-System an der Börse in die Praxis umsetzen.

Etwa 15 bis 30 Prozent der Trades sind bei meinem eigenen Trading für rund 80% der Gesamtgewinne verantwortlich. Die Mehrheit von rund 60% der Trades setzt sich aus kleineren Gewinn und Verlusttrades (mit ähnlichen Anteilen da ca. 50% Hit Rate) zusammen.

Erkennen sie die Ähnlichkeit der Verteilung meiner Gewinne und Verluste und der eingangs erwähnten Pareto-Verteilung?

Viele der Gewinntrades tragen also nicht übermässig zu meiner Rendite bei.

Demnach muss es einen Unterschied zwischen der Trefferquote und der tatsächlichen Auszahlungsquote meiner Trades geben. Wie gesagt, meine Trefferquote liegt bei etwa 50%.

Was ist die Trefferquote beim Trading?

Bei der allgemeingültigen Definition der Trefferquote werden alle Gewinntrades gezählt und dann als Anteil aller getätigten Trades in Prozent ausgedrückt. Dabei ist es egal, wie groß ein Gewinn ist und sobald die Position einen Tick Gewinn macht zählt das als „Treffer“. Es ist dabei auch völlig egal, ob die Position im Vorfeld schon weiter im Gewinn war, oder gerade erst anfing in den Gewinnbereich zu laufen.

Aber hilft ein Tick Gewinn ihrem Tradingkonto wirklich weiter? Nicht wirklich.

Die Trefferquote steht bei vielen Tradern dennoch hoch im Kurs. Zu Unrecht, wie ich ihnen jetzt zeigen werde.

Der Grund: Sie können diese Zahl kinderleicht manipulieren. Am einfachsten durch ihre verwendete Exitstrategie.

Mit einem aggressiven Gewinnsicherungsstop oder einer kleinen Zielzone (vielleicht sogar einer Kombination aus beiden Faktoren), im Verhältnis zum Initial Stop Loss, erhöhen sie die Anzahl ihrer „Treffer“ nahezu willkürlich.

Den Preis dafür zahlen sie allerdings langfristig, denn ihre durschnittlichen Gewinne werden im Verhältnis zu den Verlusten sehr klein ausfallen.

Der Erwartungswert ihrer Tradingstrategie wird dadurch in sehr vielen Fällen gegen Null tendieren. Unter dem Strich machen sie also keinen Gewinn.

Die Pareto-Verteilung stellt dagegen die tatsächliche Auszahlungsquote ihrer Trades sehr realistisch dar. Zur Auszahlungsquote zähle ich alle echten Gewinntrades. Diese Trades pushen ihr Konto und erreichen mindestens ihre erste anvisierte Zielzone.

Schlussglocke

Wenn sie die zukünftige Gewinnverteilung ihres Trading-Systems realistisch abschätzen möchten, orientieren sie sich an der Pareto-Regel.

Bei sehr vielen gesunden Trading-Ansätzen tragen lediglich eine Minderheit der getäigten Trades zum Hauptteil der Rendite bei, während sich die restlichen kleineren Gewinn- und Verlusttrades unter dem Strich im Ergebnis ausgleichen.

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Aktien / Fonds | 1. Juni 2016 | Autor: