Arbeit im Ausland – Was ist wenn ich krank werde?

Arbeit im Ausland – Was ist wenn ich krank werde?

Ein neues Auslandsprojekt steht an und ein Unternehmen beabsichtigt eine Auswahl an Mitarbeitern zu entsenden, um zum Beispiel vor Ort Entscheidungen zu treffen, eine Niederlassung aufzubauen, Mitarbeiter zu schulen oder zu unterstützen.

Um einen reibungslosen und gesetzeskonformen Einsatz zu gewährleisten gilt es vorher vor allem steuerliche, arbeits-, visa- und sozialversicherungsrechtliche Fragen, in der Regel unter Zuhilfenahme spezialisierter Berater zu klären.

Für den Mitarbeiter selbst ist eine vollumfängliche Absicherung im Krankheitsfalle die wohl wichtigste Frage.

Aussendung innerhalb EU

Egal ob gesetzlich oder privat versichert: Selbst der Aufenthalt innerhalb der EU ist für Arbeitnehmer und –geber nicht ohne Risiken. Der Versicherungsschutz der Krankenkassen bleibt für gesetzlich Versicherte und deren Angehörige erhalten, solange es sich um eine Ausstrahlung, also eine Entsendung mit bestehen bleibenden Wohnsitz in Deutschland, handelt.

Die Versorgungsstandards sind in vielen europäischen Ländern, egal ob Mitglied der europäischen Union oder nicht, mit dem deutschen Standard vergleichbar. Die Abrechnung über die Europäische Versichertenkarte (EHIC) funktioniert aber nur in Skandinavien einigermaßen problemlos. In Südeuropa und manchmal selbst in Österreich verlangen die Ärzte Barzahlung nach der Behandlung. Werden Arbeitnehmer dann trotz bestehender Leistungsansprüche privat abgerechnet, erstattet die Krankenkasse bis zur Höhe die bei einer Behandlung in Deutschland angefallen wären.

Die Erstattung erfolgt grundsätzlich gegenüber dem Arbeitgeber. Insoweit gilt es das Risiko möglicher Differenzen abzusichern. Die gilt grundsätzlich für alle Entsendungen außerhalb Europas unabhängig davon ob ein Sozialversicherungsabkommen besteht oder nicht.

Aussendung in Nicht-EU-Länder

Bei Entsendungen über einen längeren Zeitraum muss die Absicherung des Mitarbeiters im Krankheitsfalle geregelt werden. Bei Privatversicherten gilt zu prüfen, ob eine Anpassung des bestehenden Vertrages oder eine Anwartschaft mit alternativem Expatschutz für Arbeitgeber und -nehmer günstiger ist. Vorteile des Expatschutzes können sein, dass die eigenen PKV Beiträge nicht steigen und ein möglicher Beitragsrückgewähranspruch erhalten bleibt. Wichtigster Vorteil ist, dass die Auslandskrankenversicherung im Hinblick zum Beispiel auf Leistungsumfang und Laufzeit auf die Bedürfnisse des Entsendeten abgestellt ist.

Bei gesetzlich Versicherten gilt, dass die gesetzliche Krankenversicherung nur im Falle einer wirksamen Ausstrahlung dem Arbeitgeber die eingereichten Kosten in Höhe der in Deutschland erstattungsfähigen Beträge erstattet.

Beispiel:
Ein Arbeitnehmer benötigt in Südafrika eine medizinische Behandlung. Für diese zahlt er dem Arzt einen Betrag von 400 Euro. In Deutschland hätte die gleiche Behandlung nur 270 Euro gekostet. Die Krankenkasse erstattet dem Arbeitnehmer lediglich die 270 Euro. Ohne Zusatzversicherung trägt der Versicherte den Differenzbetrag über 130 Euro selbst.

Egal wie lange eine Entsendung dauert, schnell kann es passieren, dass ein Mitarbeiter erkrankt oder sich verletzt und medizinische Hilfe benötigt. Daher sollte von vornherein alles Notwendige bezüglich der Absicherung im Krankheitsfall mit einem Spezialisten geklärt sein.

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Krankenversicherung | 29. September 2016 | Autor: