Gesetzgeber erschwert PKV-Zugang 2017 weiter

Gesetzgeber erschwert PKV-Zugang 2017 weiter

Die Zugangsvoraussetzungen für die private Krankenversicherung wurden für das Jahr 2017 erneut erhöht. Durch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze auf 4.800 Euro brutto monatlich oder 57.600 Euro pro Jahr wird der Kreis der Arbeitnehmer, die sich privat versichern dürfen, weiter reduziert.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und die Pflegeversicherung wurde ebenfalls angehoben, wie der Bundesrat vor wenigen Tagen bekanntgab.

Vergleicht man die Werte der letzten Jahre, fällt auf, dass es offenbar immer schwerer für Arbeitnehmer wird, sich bei einem privaten Versicherer gegen Krankheiten zu versichern.

Anhebung aller Rechengrößen in Sozialversicherung

Die Entscheidung des Bundesrats vom letzten Freitag war zu erwarten. Er folgte mit der Freigabe der Verordnung für die maßgeblichen Rechengrößen in der Sozialversicherung für das kommende Jahr der Empfehlung des Bundeskabinetts vom 12. Oktober 2016.

Die aktuellen Rechengrößen für die Kranken- und Rentenversicherung werden jedes Jahr im Herbst bekanntgegeben. Die Steigerung folgt der Entwicklung von Löhnen und Gehältern aus dem Jahr 2015. Somit ist die wirtschaftliche Entwicklung des Vorjahres maßgeblich für die Festlegung. In der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die Versicherungspflichtgrenze pro Jahr um 1.350 Euro oder um 2,4 Prozent an.

Sie beträgt nun 57.600 Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren sind diese Werte besonders interessant. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Versicherungspflichtgrenze nämlich um 7.000 Euro erhöht. Gleichzeitig wurde auch die Beitragsbemessungsgrenze um 1.350 Euro erhöht, sie beträgt jetzt 52.200 Euro pro Jahr. Das entspricht einer Anhebung von 112,50 Euro auf nun 4.350 Euro monatlich.

Wie sich die Beitragsbemessungsgrenze der privaten Krankenversicherung in den letzten Jahren entwickelt hat, erfährt man auf https://www.private-krankenversicherungen.net/beitragsbemessungsgrenze/

Anhebung folgt der wirtschaftlichen Entwicklung

Die regelmäßige Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze hat natürlich einen guten Grund. Die Bundesregierung folgt damit der allgemein sehr guten Entwicklung der Konjunktur und dem weiter steigenden Verhältnis von Löhnen und Gehältern. In einer stabilen wirtschaftlichen Lage ist regelmäßig damit zu rechnen, dass auch die Versicherungspflichtgrenze ansteigt.

Deshalb sollte man als Arbeitnehmer nicht in die PKV wechseln, wenn das Einkommen gerade oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Wird diese nämlich im kommenden Jahr erneut erhöht, besteht die Gefahr, dass man zukünftig unter der Grenze liegt und wieder in die gesetzliche Krankenkasse wechseln muss. Wer dieses Wechselspiel vermeiden will, sollte als Arbeitnehmer darauf achten, nur bei einem deutlich höheren Einkommen in die PKV zu wechseln.

Schwächung der PKV zeichnet sich ab

Branchenexperten bewerten die ständige Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze als eine Schwächung der privaten Krankenversicherung. Für Arbeitnehmer wird der Zugang dadurch ständig erschwert. Zwar haben Beamte und Selbständige nicht das Problem, ein bestimmtes Einkommen verdienen zu müssen, um sich privat zu versichern.

Doch für Arbeitnehmer wird es immer schwerer, sich privat zu versichern, da ihr Einkommen eben mindestens einmalig die Versicherungspflichtgrenze überschreiten muss. Damit verringert sich die Menge der Arbeitnehmer, die sich potenziell privat versichern könnten. Letztlich sieht es danach aus, als wollte man aus der Politik heraus den Zugang zur privaten Krankenversicherung einschränken. Bis vor wenigen Jahren war dieser Trend nicht so deutlich abzuleiten.

Ob sich die kontinuierliche Anhebung der Versicherungspflichtgrenze fortsetzt, hängt vor allem von der wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten Jahren ab. Sollte diese in ähnlicher Form anhalten, müssen Arbeitnehmer wohl weiterhin mit einer steigenden Versicherungspflichtgrenze rechnen.

 

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Versicherungen | 30. Januar 2017 | Autor:

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